++ Westclubs gegen Bundesliga-Reform der A-Jugend ++

Die Vereine stellen die Spieler, unterhalten den aufwändigen Trainingsbetrieb, bringen die A-Jugendlichen zu den Wettkampfstätten, geben Hilfestellung bei der Berufsperspektive. Kurz: Sie übernehmen bewusst Verantwortung als wichtigster Ausbilder des deutschen Handball-Nachwuchses. Klubs engagieren sich, um die jungen Spieler – sicher auch im engen Kontakt mit DHB-Trainern – in die deutsche Spitze zu führen und damit auch für die Nationalmannschaft zu qualifizieren.

Umso überraschter sind die unterzeichnenden Vereinsvertreter und viele andere Clubs über eine Veröffentlichung des Deutschen Handball-Bundes zu angestrebten Veränderungen im Spielbetrieb. Demnach wollen die Vertreter des DHB-Jugendspielausschusses eine Jugend-Bundesliga der männlichen B-Jugend einführen und die bisherigen vier A-Jugend-Staffeln mit jeweils 12 Mannschaften auf nur noch zwei Staffeln mit jeweils zehn Mannschaften „drastisch verschlanken“.

Dass die Vereine nach jahrzehntelanger Ausbildungsarbeit über den besten Sachverstand verfügen sollte unstrittig sein. Doch statt mit ihnen über Fragen des Nachwuchshandballs zu reden, durften sie die Vorstellungen des Verbandes einer Mitteilung entnehmen. Wir halten es für zwingend notwendig, alle Veränderungen im Spielbetrieb mit den Vereinen zu besprechen, damit sie dort auf entsprechende Akzeptanz stoßen. Wir erwarten deshalb einen konstruktiven Dialog über Zielsetzung, geeignete Ligaformate und Abstimmung über den Weg zur Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen.

Vorab und ohne einer ausführlichen Diskussion vorzugreifen: Wir halten die in den Raum geworfene Reduzierung der A-Jugend auf zwei Bundesliga-Staffeln mit jeweils zehn Mannschaften für kontraproduktiv. So werden viele Vereine, die zum weit verzweigten Ausbildungs-Netzwerk des deutschen Handballs gehören, ausgeschlossen und demotiviert. Zudem müssen sie befürchten, dass ihre Leistungsträger noch früher den Verein verlassen, um sich einem Jugend-Bundesligisten anzuschließen. Eine nachvollziehbare Reduzierung der Belastung von Spitzenspielern ist nicht erkennbar, da in einer Staffel mit zehn Mannschaften immer noch 18 statt bisher 22 Spiele stattfinden würden – dafür wachsen die Entfernungen zu den Spielhallen und in der Folge die Reisezeit.

Auch wenn sich Vergleiche mit dem deutschen Nachwuchs-Fußball nur bedingt anbieten, so ist das dortige System mit drei U19-Staffeln à 14 Mannschaften anerkannt und berücksichtigt 42 Vereine in Deutschland.

Der Einführung einer B-Jugend-Bundesliga stehen wir positiv gegenüber. Auch hier ist die konkrete Ausgestaltung mit den Vereinen abzustimmen.

Fazit: Wir, die in der Nachwuchsarbeit erfahrenen Vereine, bestehen darauf, in die Überlegungen von strukturellen Veränderungen angemessen eingebunden zu werden.

JSG NSM-Nettelstedt, Bergischer HC, TSV Bayer Dormagen, Tusem Essen, VfL Gummersbach, HSG Handball Lemgo, HC Rhein Vikings

 

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